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Schlaflos in New York

Reisebericht New York


Der Tag beginnt früh, fast zu früh für Urlaub. Draußen ist es noch dunkel und der Wecker zeigt kurz vor 5 Uhr. Ein Sonntagmorgen im November 5 Uhr, New York. Zuhause würde ich nicht im Traum daran denken jetzt aufzustehen, doch wir nutzen den Jet lag und die frühen Stunden, um zu prüfen, ob New York City wirklich niemals schläft.



Unser Hotel in Manhattan liegt direkt neben der U-Bahn Station. Wir haben schon am Flughafen eine Metro Wochenkarte gekauft, mit der man unbegrenzt die MTA benutzen kann.
Also raus aus dem Hotel und rein in den Untergrund. Selbst im Winter herrschen hier noch angenehme T-Shirt Temperaturen und wir entledigen uns unserer Jacken. Wie wollen uns den Sonnenaufgang anschauen. Mit der 5 fahren wir zur Ecke City Hall - Brooklyn Bridge und gehen von dort aus auf die Brücke in Richtung Brooklyn. Schon um diese Uhrzeit sind Jogger und Spaziergänger unterwegs und laufen bei eisigen Temperaturen in kurzen Hosen. Pünktlich zum ersten Lichtstrahl des Tages, schaffen wir es auf den Zenit der Brücke. Die Sonne lässt die Glasfassaden der Hochhäuser von Downtown funkeln und wir nutzen das intensive Licht für ein paar Fotos. Wir schlendern weiter nach Brooklyn, ans Ufer des East Rivers, von wo aus man einen guten Blick auf die Manhattan Bridge und den Rest von Downtown Manhattan hat.


Da heute Sonntag ist, wollen wir die Gelegenheit nutzen und uns einen Gospelchöre anhören. Die nächste U-Bahnstation ist schnell gefunden und wir fahren hinter den Central Park nach Harlem. Die Canaan Baptist Church of Christ in der 132 W 116th St, ist nach etwas suchen schnell gefunden und wir reihen uns in die Schlange der Touristen ein. Wir müssen oben in der Tribüne sitzen abgeschottet vom Rest der ausschließlich afroamerikanischen Gemeinde, die in ihren besten Sonntagsanzügen zum Gottesdienst aufläuft. Die Stimmung ist gut, es wird gesungen, geklatscht und getanzt. Zwischendurch ein paar kurze Predigten und Mitgliederinformationen und schon folgt das nächste Lied. Beschwingt mogeln wir uns nach guten eineinhalb Stunden aus der Kirche und stürzen uns wieder ins pulsierende Leben der Metropole.


Zeit für ein Frühstück. In einem kleinen Coffee Shop trinken wir heiße Schokolade und lassen uns ein Stück Oreo Cheesecake und Pumpkin Pie schmecken. Das Wetter ist auf unserer Seite, strahlend blauer Himmel und sommerliche Temperaturen gestalten unseren New York Aufenthalt so angenehm wie nur möglich. Wir nehmen die nächste U-Bahn Richtung Downtown und fahren zum Battery Park, wo die Fähren zur Freiheitsstatue und Ellis Island anlegen. Ein besseres Wetter kann es für die Besichtigung der Miss Liberty gar nicht geben. Ein Ticket ist schnell gelöst und selbst die enorme Sicherheitskontrolle, die jede Flughafenkontrolle alt aussehen lässt, ist im Nu erledigt. Auf dem Oberdeck lehnen wir uns an die Rehling und genießen den Blick auf die Freiheitsstatue, die in echt viel kleiner ist, als sie auf Bildern wirkt. Das Boot schippert gemächlich zur Anlegestelle und wir steigen aus. Die ersten Touristen posieren bereits mit erhobenem rechtem Arm am Fuß der Statue und lassen sich auf Bildern verewigen. Auch wir stellen uns dazu und knipsen was das Zeug hält.
Von hier aus geht die Fahrt weiter nach Ellis Island, das zum Museum zur Geschichte der Einwanderung in die Vereinigten Staaten umfunktioniert wurde. Wir freuen uns über unseren Singapore Airlines Direktflug und können die Anstrengungen und Qualen der ersten Einwanderer aus Europa bildlich nachvollziehen.



Stunden später machen wir uns auf die Rückreise nach New York City und überlegen uns, was wir essen wollen. Gar nicht so einfach, denn die Auswahl ist riesig, vielleicht koreanisch in Koreatown, indisch in Little India, alle Arten von asiatisch in Chinatown, italienisch in Little Italy oder doch lieber typisch amerikanisch mit Fast Food und Hot Dogs. Wir entscheiden uns für koreanisch und lassen uns unzählige kleine Teller mit jeder Menge Köstlichkeiten auftischen. Zum Verdauen erkunden wir Manhattan ein bisschen zu Fuß, dabei besichtigen wir Ground Zero, der eher unspektakulär ist, den Wallstreet Bullen, auf dem alle möglichen Nationalitäten bereits herumklettern und das Flatiron Gebäude, das eines der Wahrzeichen von New York ist.


Der Dollar steht günstig und Weihnachten vor der Tür, also kann ein bisschen Shopping nichts schaden. Die 5th Avenue, eine der bekanntesten und teuersten Einkaufsstrassen der Welt, lässt kaum einen Wunsch offen. Nicht nur Abercrombie & Fitch, die gleich am Eingang mit männlichen Waschbrettbauchmodels und lauter Discomusik locken, ist einen Besuch wert. Man findet hier so ziemlich alles, von der Designer Boutique bis zum Disney Store.


Der Abend naht und nachdem wir schon vom Sonnenaufgang recht angetan waren, wollen wir nun auch den Sonnenuntergang gebührend zelebrieren. Das Rockefeller Center, mit seinen schlappen 259 Metern und insgesamt 70 Stockwerken ist der optimale Ausgangspunkt für unser Vorhaben. Schon die Fahrt mit dem Aufzug ist ein Erlebnis. Dieser startet nicht nur durch wie eine Rakete und befördert uns innerhalb weniger Sekunden in das 67. Stockwerk,
er bietet auch ein gelungenes On Board Entertainment. So kann man durch die Glasdecke, die Lichtershow im Aufzugsschacht bewundern, während man mit Musik und Videos unterhalten wird. Schon vom Observation Deck offenbart sich uns ein unbeschreiblicher Ausblick über New York. Das Empire State Building thront in der roten Abendsonne, der Times Square leuchtet wie ein funkelnder Diamant und die Lichter der Stadt reichen bis zum Horizont. Wir warten andächtig, bis die Sonne untergegangen ist und genießen die Vogelperspektive.


Den Rest des Tages lassen wir mit einem etwas überteuerten, aber durchaus gelungenen Cocktail ausklingen und freuen uns schon auf weitere, aufregende Tage in der Stadt, die wirklich niemals schläft.


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