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Roadtrip durch Nord-Italien

Reisebericht Nord-Italien


Ende September, wenn die Autobahnen wieder frei und die Sommerferien vorüber sind, ist die beste Zeit, um einen Abstecher nach Italien zu machen. In den Urlaubsregionen ist Gelassenheit eingekehrt und die Temperaturen sind angenehm warm. Wir checken die Autovermietungen und bekommen attraktive Angebote. Aus dem gebuchten Kleinwagen wird, dank kostengünstigem Upgrade, eine Mittelklasse Limousine. Wir taufen unseren, für italienische Parklücken völlig überdimensioniert, weißen Ford Mondeo liebevoll "den weißen Hai" und brausen im nagelneuen Gefährt Richtung Österreich. Sonnenschein, grüne Wiesen, schroffe Bergmassive und schneebedeckte Gipfel grüßen uns auf der Brennerautobahn. Vor Meran nehmen wir die Abfahrt und schlängeln uns, auf engen Serpentinen, einen Alpenpass hinauf. Auf 2094 Meter Höhe verbindet der Jaufenpass das Passeiertal mit dem Wipptal, ganz zur Freude unzähliger Biker. Die Reifen unseres Fords riechen schon etwas streng, als auch wir auf dem Gipfel ankommen, doch wir werden mit einem herrlichen Blick belohnt. Die Abfahrt nach Meran ist ebenso kurvig wie idyllisch. Die Apfelernte ist im vollen Gange und so beladen wir unseren immensen Kofferraum, der ein bescheidenes Volumen von über 500 Litern fassen kann, mit ein paar südtiroler Früchtchen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Meran geht es weiter nach Riva del Garda dem ersten Etappenziel.



Die Abendsonne hängt bereits in den Wipfeln der Berge und der Gardasee schimmert in einem müden dunkelblau, als wir in Riva del Garda eintreffen. Höchste Zeit für ein paar Schoppen Hauswein zur Pizza und Pasta. Eine Unterkunft ist schnell gefunden, Hotels und Pensionen sind längst nicht mehr ausgebucht.
Auch am nächsten Tag werden wir von strahlendem Sonnenschein geweckt. Wir fahren das Ostufer des Gardasees entlang und besichtigen die bezaubernden Dörfer. Malcesine, bekannt als die Perle des Gardasees und auch in unseren Augen, eine der schönsten Städte in der Region, leuchtet im Morgenlicht. Verwinkelte Gassen mit kleinen Geschäften und Restaurants laden zum Verweilen ein. Wir decken uns mit Olivenöl und Rotwein ein, um auch ein Stück Italien noch zuhause genießen zu können. Nach ein paar Cappuccinos und einem leckeren Eis, setzen wir die Fahrt in Richtung Süden fort. Gegen Mittag erreichen wir Sirmione. Einen freien Parkplatz zu finden, ist wie immer ein echtes Kunststück, zumal das Heck unseres geräumigen Fords jedes Mal einen halben Meter aus der Parkbucht herausragt. Wir nehmen einen längeren Spaziergang, zur verkehrsberuhigten Altstadt von Sirmione, gern in Kauf und wandern an Zypressen- und Olivenhainen entlang. Sirmione ist eine mediterrane Halbinsel, die in das Südufer des Gardasees hineinragt. Neben der Wasserburg, von der man einen herrlichen Blick über die Region genießen kann, bietet die verwinkelte Altstadt alles, was das Herz höher schlagen lässt. La Dolce Vita ist hier die Devise. Mit Bruschetta und Rotwein, machen wir es uns am Ufer des Gardasees bequem.


Gegen Abend fahren wir nach Salò, der größten Stadt am Westufer des Gardasees. Salò ist Badeort und Shoppingmeile. Restaurants, Bars und Designerläden bilden die Kulisse der Uferpromenade. Wir empfinden es als etwas kokett und sind froh, dass wir morgen in Richtung Cinque Terre aufbrechen können.


Cinque Terre ist ein klimabegünstigter Küstenstreifen der Italienischen Riviera, mit malerischen, bunten Fischerdörfern, die kompakt in die Felswände und Terrassen der Berge gebaut wurden. Knapp 250 Kilometer südlich von Salò befindet sich Portofino, unsere erste Anlaufstelle. Dunkle Wolken und Nieselregen begleiten uns auf der Fahrt. Als wir in Portofino ankommen, leuchtet der Mittelmeerhafen, bei schwülen 26 Grad, in der Mittagsonne. Wir würden am liebsten sofort ins Meer springen, wollen aber noch bis Manarola damit warten. Stattdessen schlendern wir erst mal durch die Hafenstadt. Reges Treiben herrscht in den engen Gassen. Es ist erstaunlich, wie viele Touristen aus den Staaten hier sind, die mit ihren mächtigen Kameras, jeden Winkel der bunten Kulisse ablichten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Portofino in mehreren amerikanischen Filmen und Serien zu sehen ist und sogar in den Universal Studios in Florida nachgebaut wurde. Wir begnügen uns mit dem Original und beschließen nach ausgiebigen Erkundungen, die Weiterfahrt anzutreten.



Manarola, das vielleicht älteste Örtchen der Cinque Terre, ist nur ein paar Kilometer entfernt. Auch hier gibt es viel zu wenige Parkplätze und so quetschen wir unseren "weißen Hai" in winzige Parklücken. Bergabwärts schlagen wir uns durch das bezaubernde Örtchen vor bis zum Hafen. Jetzt aber erst mal schwimmen. Das kristallklare Wasser in der kleinen Bucht ist überraschend warm. Wir lassen uns von der Sonne trocknen, ehe wir nach einer Dusche im Appartement, zum Essen übergehen. Spaghetti mit Hummer, dazu Weißwein und Baguette mit Olivenöl. Die kleinen Trattorias beherrschen ihr Handwerk.


Von Manarola nehmen wir den Zug und schauen uns die restlichen Fischerdörfer entlang der Küste an. Jedes hat seinen eigenen Stil und Charme. Wanderwege durch die Weinberge verbinden die Ortschaften miteinander. Vernazza, Corniglia, Riomaggiore, um nur ein paar zu nennen, thronen auf Felsvorsprüngen ins Mittelmeer hinein. Gegen Abend, wenn die ersten Lichter im Ort angehen, entfaltet sich ein nostalgisches Flair. Wir sitzen noch lange an den warmen Felsenwänden und blicken auf das leuchtende Manarola. Morgen müssen wir schon wieder nach Hause. Italien hat uns mit mediterranem Wetter, köstlichen Speisen und süffigem Hauswein belohnt und es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir uns auf den Weg über die Alpen machen.


Roadtrip | Manarola | Portofino | Sirmione | Italien | Meran | Riva del Garda | Gardasee


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